Was ist Polyphonie?

Wer nach einem E-Piano sucht und sich die verschiedenen Modelle und deren Beschreibungen anschaut, der stolpert immer wieder über den Begriff Polyphonie. Was das genau bedeutet, soll in diesem Beitrag näher erläutert werden.

Der Begriff „Polyphonie“

Der Begriff Polyphonie setzt sich zusammen aus den beiden altgriechichen Begriffen „poly“ und „phonie“ bzw. „phone“.

„Poly“ bedeutet „viel“ und „phone“ bedeutet „Stimme“. Zusammengesetzt erhalten wir den Begriff „Vielstimmigkeit“.

In Bezug auf das Thema Musik und im Besonderen ein E-Piano ist damit gemeint, wie viele Töne gleichzeitig zu hören sind.

Polyphonie beim E-Piano

Bei einem E-Piano werden die gespielten Töne elektronisch erzeugt. Je mehr Töne gleichzeitig zu hören sein sollen, desto mehr Daten muss es verarbeiten. Daher ist die Höhe der Polyphonie beim E-Piano begrenzt und variiert je nach Modell und Preiskategorie.

Die Polyphonie eines E-Pianos kann zum Beispiel 32-stimmig, 64-stimmig, 128-stimmig oder auch 256-stimmig sein. Mittlerweile existieren sogar Modelle mit einer unbegrenzten Anzahl an Stimmen.

Wie viel Polyphonie ist nötig?

Auf den ersten Blick glaubt man oft, dass es ausreicht, wenn man 10 Töne gleichzeitig hört. Schließlich hat man zum Spielen nur 10 Finger zur Verfügung. Möchte man zu zweit spielen, sollten demnach 20 gleichzeitig erklingende Töne genügen.

Doch das ist ein Fehlschluss!

Auch beim Klavier hören wir ja nicht nur die gerade angeschlagenen Töne. Sobald das Haltepedal betätigt wird, klingen die Töne auch beim Loslassen der Tasten weiter. Zudem setzen die in Schwingung versetzten Saiten wiederum andere Saiten in Schwingung, die dann sozusagen im Hintergrund mit erklingen.

Bei einem Stück mit schnellen Passagen und Betätigung des Haltepedals kann daher die Zahl der erklingenden Töne recht schnell in die Höhe schießen.

Hinzu kommt noch, dass bei vielen Instrumentenklängen sogenannte Stereo-Samples zum Einsatz kommen (die klingen nämlich besser 😉 ). Bei diesen werden pro gespielter Note zwei Töne beansprucht. Die Polyphonie wird dadurch praktisch halbiert.

Wenn man dann vielleicht noch zusätzlich zwei Instrumente übereinanderlegt, sagen wir mal zum Beispiel Klavier und Streicher, dann steigt die Zahl der gleichzeitig zu hörenden Töne wiederum um ein Vielfaches usw.

Wenn nun die Polyphonie eines E-Pianos nicht hoch genug ist, passiert Folgendes:

Wir verlieren beim Spielen Töne!

Das heißt im Klartext: Es sind nicht alle Töne zu hören, die zu hören sein sollten. Die zuerst gespielten Töne fallen dann einfach zugunsten der später gespielten Töne weg und sind nicht mehr zu hören.

Unterm Strich verhält es sich bei der Frage nach der nötigen Polyphonie also tatsächlich folgendermaßen:

Mehr ist besser!

Dennoch ist zum Beipsiel für einen Spielanfänger, der lediglich einen Sound gleichzeitig nutzt (also zum Beispiel einen Klaviersound oder einen Flügelsound) nicht eine unbegrenzte Anzahl an Stimmen nötig.

In diesem Fall sind in der Regel eine 64-stimmige oder eine 128-stimmige Polyphonie ausreichend.

Für fortgeschrittene Spieler oder solche, die gerne mit dem Übereinanderlegen mehrerer Instrumentensounds experimentieren, darf sie je nach Geldbeutel jedoch gerne höher ausfallen.