Was ist ein E-Piano und welche verschiedenen E-Pianos gibt es?

Ein E-Piano ist ein elektronisches Klavier. Doch das ist nur die halbe Wahrheit, denn es steckt viel mehr dahinter. Es gibt nämlich zahlreiche Varianten von E-Pianos mit unterschiedlichen Funktionen, unterschiedlichem Aussehen und unterschiedlichen Anwendungsmöglichkeiten.

Der folgende Beitrag beschäftigt sich mit den verschiedenen Arten von E-Pianos und stellt die wichtigsten Varianten vor.

Das E-Piano

Das E-Piano ist die elektronische Ausführung eines Klaviers. Es ist ein Tasteninstrument. Der Klang wird jedoch nicht über schwingende Saiten und Resonanzboden erzeugt, sondern elektronisch.

Beim Spielen hört man sogenannte Samples. Das sind mehr oder wenig aufwendig produzierte Aufnahmen des betreffenden Instrumentes. Diese Aufnahmen können von einem Flügel stammen, von einem Klavier oder von jedem anderen beliebigen Instrument. Je nach Aufnahmetechnik und -qualität gibt es hierbei enorme Klangunterschiede.

Die so erzeugten Töne hört man über Boxen, die im E-Piano eingebaut sind. Meist handelt es sich hier um zwei Boxen (eine rechts und eine links). Je nach Größe und Qualität gibt es auch hier erhebliche Unterschiede im entstehenden Sound. Kommt man in höhere Preislagen, dann findet man Instrumente mit vier, teilweise sogar sechs Boxen, die so geschickt im Instrument platziert sind, dass man beim Spielen und Zuhören das Gefühl hat, man hätte ein „echtes“ Klavier vor sich.

Ein E-Piano verfügt über ein Klaviatur wie beim Klavier: Genauso viele Tasten (88), genauso große Tasten, Hammermechanik mit Anschlagsdynamik und meist eine Gewichtung der Tasten. In Material, dahinterstehender Technik und Qualität gibt es natürlich auch hier Unterschiede.

E-Piano vs. Keyboard: Was sind die Unterschiede?

Ein Keyboard ist im Vergleich zum E-Piano viel leichter und kleiner.

Die Klaviatur ist eine andere, als beim Klavier oder dem E-Piano. Die Tasten sind kleiner, nicht aus Vollmaterial und verfügen über keine Hammermechanik. Auch verfügt ein Keyboard nicht über 88 Tasten, sondern es sind in der Regel weniger Tasten vorhanden. Meist sind es 76 oder 61 Tasten, manchmal auch weniger.

Auch der Klang ist meist nicht mit dem eines E-Pianos oder gar Klaviers vergleichbar.

E-Pianos mit festem oder variablem Platz

Ein wichtiges Kriterium bei der Unterscheidung der verschiedenen E-Pianos ist, wie kompakt dieses ist. Denn damit hängt zusammen, wie groß und schwer es ist, wieviele und wie große Boxen es besitzt, wie es aussieht, ob es einen Ständer besitzt und aus welchem Material dieser ist, ob es eher wie ein Flügel, wie ein Klavier, wie ein E-Piano oder wie ein Keyboard aussieht und wieviel Technik noch so in ihm steckt (was jedoch nicht heißen soll, dass in einem kleinen E-Piano nicht eine hervorragende Technik stecken kann 😉 ).

Nach der Kompaktheit kann man grob unterscheiden zwischen Homepianos und Stagepianos.

Homepianos

Das sind E-Pianos, die einen festen Platz benötigen. Sie verfügen meist über einen Ständer aus Holz oder in Holzoptik und sind zu schwer, um sie transportabel zu nennen. Äußerlich kann es große Unterschiede geben. So gibt es Modelle, die einem Klavier sehr ähnlich sehen. Das geht sogar bis hin zu Upright-Varianten, diese sind dann von einem herkömmlichen Klavier kaum noch zu unterscheiden. Ebenso gibt es Modelle, die einem Flügel nachempfunden sind, aber auch Modelle, die sehr modern aussehen und nur wenig Platz beanspruchen.

Stagepianos

Stagepianos – teilweise werden sie auch Compact-Pianos genannt, wobei dieser Begriff nicht einheitlich verwendet wird – sind relativ leicht und in der Regel nicht fest mit einem Ständer verbaut, so dass sie mobil sind und man leicht ihren Standort ändern kann. Äußerlich sehen sie daher oft einem Keyboard recht ähnlich, verfügen aber über eine höherwertige Klaviatur mit 88 Tasten, die normalerweise über eine Hammermechanik verfügt und in ihrer Größe der eines Klaviers entspricht. Bei den Boxen muss man oft Abstriche machen: Sie sind teilweise gar nicht vorhanden oder klein gehalten. Doch ein Stagepiano ist ja eigentlich auch dafür gedacht, es an Verstärker und externe Lautsprecher anzuschließen. Schließlich bedeutet Stagepiano zu gut Deutsch: Bühnenklavier 😉

Technisch und in Bezug auf die jeweilige Ausstattung gibt es bei allen E-Piano-Varianten je nach Hersteller und Preisklasse teils erhebliche Unterschiede.

E-Pianos zum Klavier spielen oder zum Entertainen

Auch diesbezüglich gibt es zahlreiche Varianten.

So gibt es E-Pianos, die über wenige Klavier- und/oder Flügelklänge verfügen bis hin zu solchen, die mehrere hundert verschiedene Instrumentenklänge bieten, sowie diverse Soundeffekte, die man von Synthesizern kennt.

Dann kann man unterscheiden zwischen E-Pianos, die keine oder wenige bis hin zu vielen sogenannten Styles bieten. Das sind fertige Arrangements in verschiedenen Taktarten und Musikrichtungen zur Begleitung der Stücke, die man spielt. Das ist vergleichbar mit einer Band, die für eine einfache Begleitmusik sorgt. Bei E-Pianos mit Begleitautomatik ist es darüber hinaus sogar möglich, mit dem linken Teil der Tastatur und der linken Hand über das Greifen von Akkorden oder Akkordtönen, diese Begleitmusik individuell an das gespielte Stück anzupassen. Solche Instrumente kennt man zum Beispiel von Alleinunterhaltern, denn mit ihnen ist man Frontmann/-frau und Band in einem.